Tierheime überfüllt in Frankreich - TIERSOS.de
Startseite / Meldungen / Tierheime überfüllt in Frankreich
Tierheime überfüllt in Frankreich
EM 2016 - Tierheime überfüllt in Frankreich

Tierheime überfüllt in Frankreich

Aktuell findet in Frankreich die EM statt. Doch was neben den Fußballspielen keiner beachtet, sind die Tiere dort in Frankreich. Gesetzlich ist es in Frankreich erlaubt, dass ein Tier (egal welchen Alters und egal wie gesund) nach Ablauf von zehn Tagen einzuschläfern, wenn sich dafür kein Besitzer findet. Leider ist die Chance auf eine neue Familie für die Tiere dort sehr gering. Das Problem ist, dass in Frankreich jeder Tiere züchten darf. Eine gesetzliche Regelung zur Zucht gibt es leider bislang nicht. Es ist leider üblich, Hundewelpen und Katzenbabies auf den Märkten oder in Tiergeschäften zu verkaufen. Wer also einen Welpen haben möchte, geht in ein Geschäft oder auf einen Markt, sucht sich das Tier aus, bezahlt und nimmt die „Ware“ mit. Die Tiere werden einfach ausgesetzt sobald die Welpen groß, krank oder zu viel Zeit in Anspruch nehmen.

Einige Tierheime haben sogar Tierklappen eingeführt um zu verhindern, dass Tiere einfach ausgesetzt werden. Das sind sogenannte Innenzwinger, die mit einer per Knopfdruck zu öffnenden Tür, in die Halter ihre Tiere nachts hineinsetzen können. Diese Tiere landen erst einmal für zehn Tage in der sogenannten „fourrière“. Das sind die offiziellen Auffang- und Tötungsstationen in Frankreich. Nach Ablauf der gesetzlichen Frist von zehn Tagen dürfen die Tiere vermittelt oder getötet werden. Viele Tierheime machen das nicht gerne, aber durch die Kosten der Unterbringung und Verpflegung, geht es oftmals nicht anders. Nur für die ersten zehn Tage übernimmt die Gemeinde die Kosten für die abgegebenen Tiere. Danach ist das Tier Eigentum des Tierheims und dieses hat dann auch die weiteren Kosten zu tragen. Zudem sind die Zwinger und Zimmer fast das ganze Jahr völlig überfüllt, sodass eine Einschläferung einiger Tiere fast unumgänglich ist. Alte oder kranke Tiere haben kaum eine Chance zur Vermittlung, also auch kaum eine Chance zu überleben. Offizielle Zahlen über die jährlichen Einschläferungen in Frankreich gibt es nicht. Vermutet wird, dass es zwischen 50.000 und 500.000 pro Jahr sind – was für eine Zahl.

Vermittlungen in Frankreich sind eher selten, obwohl die Franzosen sehr tierfreundlich sind – jeder Zweite hat mindestens ein Haustier. Das Angebot ist zu groß. Frankreich soll das Land mit den meisten Haustieren in ganz Europa sein. Statistiken sprechen von 64 Millionen.

Besonders schwierig ist die Situation bei den Katzen – gerade im Herbst und Frühjahr, wenn die weiblichen Tiere werfen. Die Tierheime sind in der Zeit voll von Katzenbabies und tragenden Müttern. Viele streuende Katzen sind nicht kastriert, was Pflicht in jedem Land sein sollte aber es leider nicht ist. Wenigstens gibt es eine Registrierungspflicht mittels Chip oder Tätowierung. Daran halten sich aber leider die Wenigsten. Entweder es ist ihnen schlichtweg zu teuer, wobei die ein einmaliger Preis ist, oder sie wollen nicht zurückverfolgbar sein, wenn sie das Tier aussetzen.

Je mehr unkastrierte Streuner es gibt, desto schneller steigt die Katzenbevölkerung an. Ein Katzenpaar kann allein in seinem Leben für mehrere Millionen Nachkommen sorgen. Das spüren auch die französischen Gemeinden sehr deutlich. In den letzten Jahren ist die Zahl an streuenden Katzen sehr gestiegen, daher hat die französische Regierung Ende 2015 ein Gesetz erlassen, dass das Einfangen, Kastrieren und Aussetzen der Streuner am Einfangort vorschreibt. Umsetzen können oder wollen das die meisten Städte jedoch nicht, was daran liegen könnte, dass die Kosten oftmals zu hoch dafür sind. Eine Einschläferung ist deutlich billiger. Tierschutzvereine versuchen deshalb die Gemeinden zu unterstützen und bieten ihnen an, die Tiere zu kastrieren und zu versorgen. Desweiteren versuchen sie die Tiere zu zähmen und anschließend zu vermitteln. Wir hoffen, dass sie mit der Kastration die Überbevölkerung der Katzen in den kommenden Jahren in den Griff bekommen.

Über TierSOS

Tierschutz geht uns alle an. Daher soll auf TierSOS.de über Tierquälerei aufgeklärt werden und über Themen wie Nachhaltigkeit, Tierschutz und veganes/vegetarisches Leben berichtet werden. Damit es Hund, Katze, Maus, Elefant, Tiger und allen anderen Tieren der Welt, ein wenig besser geht!

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.Benötigte Felder sind markiert *

*